Untersuchung des genetischen Austauschs zwischen bayerischem und thüringischem Rotwild
Bitte unterstützen Sie uns mit Proben von erlegtem Rotwild!
Das bayerische Rotwild stand im Mittelpunkt einer Studie unter Leitung der Arbeitsgruppe Wildbiologie und Wildtiermanagement an der TU München. In Kooperation mit der Stabsstelle Wildtierökologie und Wildtiermanagement der LWF (Dr. Wibke Peters) sowie dem Labor ApoGene Biotechnologie (Prof. Dr. Gottfried Brem) wurde mit über 3.000 Proben genetische Populationsstruktur der bayerischen Rotwildvorkommen untersucht. Für Nordbayern lieferte das Projekt Hinweise auf einen genetischen Austausch mit Rotwildvorkommen in Thüringen. Im Rahmen eines Folgeprojekts an der TU München und der LWF sollen daher auch einige Rotwild-Proben aus Thüringen analysiert werden, um diesen Austausch zu untersuchen.
Daher bitten wir die Thüringer Jägerschaft um tatkräftige Unterstützung bei der Beprobung.
Das genetische Material für die Untersuchung wird mit Ohrmarkenstanzproben (Abbildung 1 links) aus den Lauschern gewonnen. Im Labor wird später die DNS extrahiert und mittels Mikrosatelliten analysiert. Zu jedem Stück werden Konstitutions- und Konditionsparameter, wie Hinterlauflänge und verschiedenen Kiefermaßen (Abbildung 1 rechts) und das Gewicht erhoben. Zusätzlich wird das Geschlecht erfasst und das Alter der untersuchten Tiere mittels Zahnschliff exakt bestimmt.

Abbildung 1: Gewinnung der Genetikprobe (links); standardisierte Kieferlängenmessung (rechts)
Worum bitten wir Sie?
Probennahme: Wir bitten Sie um Proben von einjährigem und / oder älterem Rotwild (Schmalspießer / – tiere, Hirsche / Alttiere). Von jedem Tier benötigen wir einen Lauscher für die Genetik sowie einen Unterkieferast für die Längenmessung und Altersbestimmung. Bei Kahlwild nehmen wir gerne auch den ganzen Schädel. Weiterhin sind das Geschlecht, das Körpergewicht sowie die Länge des rechten unteren Hinterlaufes aufzunehmen (siehe Aufnahmebogen). Das Gewicht wird aufgebrochen mit Kopf und Läufen bestimmt — wenn ohne Kopf und / Läufe gewogen wird, bitten wir Sie, dies entsprechend zu vermerken.
Für die Zuordnung der Proben wir außerdem Erlegungsdatum und Ort sowie eine Telefonnummer für Rückfragen. Das für die Probenentnahme Benötigte erhalten Sie von uns. In einer Probepackung befindet sich neben dem Aufnahmezettel jeweils eine Tüte für Lauscher, Aufnahmezettel und Kiefer. Alles zusammen kann vor Ort eingefroren werden. Wir organisieren gegen Ende des Probenzeitraums Abholungen der gesamten Proben.
Im Rahmen des Projektes werden keine revierbezogenen Daten gespeichert! Sobald eine Probe als „vollständig“, d. h. mit allen Daten vorhanden ist, werden sämtliche Kontaktdaten zu der Probe gelöscht.
Hinweise der Rotwildhegegemeinschaft (RWHG) Zillbach-Pless:
– Probenentnahme primär von Stücken ab einem Jahr
– Kälber ja, nicht aber aus Dubletten wegen eingeschränktem Stichprobenpool – genetische Merkmale zweifach — (Kalb und Alttier)
– Keine kompletten Schädel (beschränkte Platzkapazitäten)
Ansprechpartner:
Koordinator RWHG Zillbach-Pless
Lutz Otto
Telefon: 0173/3949449 oder 036968/5316
E-Mail: l.otto-rosa@t-online.de
Wir freuen uns, wenn Sie unser Projekt durch die Beprobung von Rotwild unterstützen. Weitere Informationen zum bayerischen Rotwildgenetik-Projekt finden Sie auf unserer Homepage:
Projektleitung:
Dr. Wiebke Peters
Prof. Dr. Andreas König
Projektbearbeitung:
Dr. Susanne Jacobs
Dr. Sarah-Alica Dahl



